D-Mädchen verpassen Pokal-Sensation

Mai 06 2019

 

 

D-Mädchen verpassen Pokal-Sensation

Bei sommerlichen Temperaturen am Mittwochabend des 24. April machten sich die 1. D-Mädchen der HNT auf den Weg nach Eimsbüttel. Ihr Ziel: der Walter-Wächter-Platz und das Pokal-Halbfinale. Eine Begegnung wie David gegen Goliath, der Underdog gegen einen der Topfavoriten des Hamburger Mädchen-Fußballs. Die jungen HNT-Kickerinnen begegneten der scheinbaren Übermacht des Eimsbütteler TV mit viel Respekt, von Angst war aber keine Spur. Hatte man doch im laufenden Wettbewerb schon das ebenfalls sehr starke 2. ETV-Team aus dem Wettbewerb geworfen. Zuvor hatten die Mädchen erst einmal mit den Kontrahentinnen aus Eimsbüttel zu tun. Das war im Februar dieses Jahres im Hallenfinale des HFV – und da gab es ein torloses Remis. Die HNT-Kickerinnen durften also allemal vom Pokalfinale träumen.

Pünktlich um 18.30 Uhr rollte dann der Ball. Wie erwartet lies der ETV das runde Leder klug laufen und schnürte die HNT-Mädchen in der eigenen Hälfte regelrecht ein. Aber die vier Wochen Vorbereitungszeit auf das Spiel des Jahres zahlten sich aus. Mit ein paar ungewöhnlichen Umbesetzungen im Mittelfeld und der Verteidigung ging es ins Spielgeschehen. Das sonst so frische Angriffsspiel der HNTlerinnen blieb erst mal aus. "Wir wollen hier ja nicht ins offene Messer laufen. Wir sind durch die Bank ein bis zwei Jahre jünger und somit körperlich weit unterlegen", sagte Trainer Carsten B. "Das müssen wir hier clever herausspielen."

Und die Gleichung ging auf. Der ETV machte das Spiel, scheiterte aber ein ums andere Mal an der hervorragenden Abwehrarbeit der HNT. Die Dreierkette agierte hoch konzentriert. Kamen doch mal Gegnerinnen durch die dicht gestaffelte Abwehrkette, standen sie im Abseits, welches der aufmerksame Schiedsrichter auch sofort ahndete. Nach fünf Minuten gab es aber eine Hiobsbotschaft für die HNT. Eine Spielerin konnte mit Asthmaproblemen nicht weitermachen, der erste Wechsel folgte. Damit war das Auswechselkontigent der Gäste in diesem temporeichen Spiel schon früh erschöpft.

"Was für ein Spiel" hörte man ständig aus den zahlreichen Zuschauerreihen. Immer wieder fing die HNT-Abwehr die Bälle ab und schickte ihre wieselflinken Außenstürmerinnen ins gegnerische Feld, die dort für Gefahr im Strafraum sorgten. Mitte der ersten Hälfte war es dann so weit: Elina M., die jüngste und kleinste Spielerin auf dem Platz, bekam vor dem ETV-Strafraum aus halbrechter Position den Ball, behielt die Nerven und netzte zum 1:0 für die HNT ein. Anschließend ging es konzentriert weiter, sicher aus der Abwehr nach vorne. Das Konzept ging weiter auf, die HNT legte nach. Dieses Mal war es Lena N., die zum 2:0 erhöhte. Was da los? Kneif mich mal! Die HNT stand mit einem Fuß auf einmal im Pokalfinale.

Doch der ETV meldete sich noch vor der Pause zurück: Ein etwas knäuelartiges Gebilde aus Heim- und Gast-Spielerinnen im HNT-Strafraum und der Ball findet irgendwie den Weg ins Tor zum 1:2. Kurz vor Ende der ersten Halbzeit langt dem ETV dann eine kleine Unachtsamkeit der HNT-Mädchen zum 2:2. Obwohl in Hälfte zwei keine Tore fielen, war die Partie an Spannung kaum zu überbieten. Reichhaltige Torchancen und toll vorgetragene Angriffe auf beiden Seiten machten das Spiel zu einem echten Pokalthriller. Und dann kam es, wie es kommen musste: Verlängerung!

Der ETV wechselte über die gesamte Zeit regelmäßig die Spielerinnen, um immer wieder frischen Wind in das Angriffsspiel zu bekommen. Die HNT-Mädchen stellten sich mit aller Kraft erfolgreich dagegen. Als sich alle Beteiligten innerlich schon auf das Neunmeterschießen eingestellt hatten, geschah es doch noch: Mit dem Abpfiff der Verlängerung gelang dem ETV mit einem Schuss direkt unter die Latte, unhaltbar für Maja S., der 3:2-Siegtreffer.

Die HNT-Mädchen waren ganz nah am Pokalfinale dran. Die Enttäuschung entlud sich bei den ehrgeizigen HNTlerinnen sofort in Tränen. Trainer Carsten B. hatte alle Hände voll zu tun, die Mädchen wieder aufzumuntern. Viel Zeit, dem verpassten Finale nachzutrauern, bleibt den jungen Wilden ohnehin nicht. In der Liga warten schon die nächsten wichtigen Aufgaben.

Was bleibt ist ein grandioser Pokalfight. Die Mädchen haben gezeigt, dass sie nach der Umstellung vom 7er auf das 9er Feld die Herausforderung mit Abseits zu spielen mehr als angenommen haben. Der Respekt vom ETV und, kaum zu glauben, am nächsten Tag Glückwünsche anderer Vereine zu der erbrachten Leistung runden das Pokalereignis ab.

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